Une semaine française – Frankreich-Austausch im April 2016

IMG_5288Zehn Stunden Busfahrt trennen uns von den französischen Alpen, die sich als gigantisches Massiv unter großem Staunen aller am Austausch teilnehmenden SüS unserer Schule bei Ankunft dort im Tarentaise erheben. Schnell wird das Handy gezückt und die Kamera-App geöffnet, damit auch beeindruckende Felswände und schneebedeckte Gipfel photographiert werden können. Ein freudiges Wiedersehen erwartet uns, nachdem wir „unsere Franzosen“ vier Monate nicht mehr gesehen hatten. Gemeinsam mit den Gasteltern und den AustauschschülerInnen verbringen wir die erste halbe Stunde nach Ankunft im Lycée Ambroise Croizat bei einer kleinen Verköstigung, die man für uns vorbereitet hatte. Anschließend geht es dann endlich in die Gastfamilien, wo wir wiederum mit viel Freude und viel Freundlichkeit empfangen wurden.

IMG_5285Am folgenden Morgen besuchten wir mit den AustauschschülerInnen ihren Unterricht in der Schule. Einige von uns versammelten sich spontan in einer Freistunde zu einer kleinen Stadttour durch Moûtiers, wo wir bereits auf den Geschmack der französischen Pâtisserie in Form einiger Croissants kommen durften. Gegen zehn Uhr wurden wir dann durch die Schule geführt, die sich als sehr beeindruckend erwies. In einem Skigebiet gelegen, bietet die Schule auch einen berufsbildenden Bereich an, der die dort lernenden SüS auf den Umgang mit der Skilifttechnik schulen soll oder sie im Fachgebiet der Unterbringung und Verköstigung von Touristen schult. So kamen wir denn auch in die besondere Position, diese Verköstigung mit unseren AustauschschülerInnen zu erleben. Für uns wurde ein Drei-Gänge-Menü gekocht und serviert, das alle Bekochten nach Verzehr in höchster Zufriedenheit und bester Laune hinterließ. Nun fanden wir uns nach dem köstlichen Essen im gemeinsamen Deutschunterricht bei M. Soulié wieder, der uns gleich als Sprachpaten einsetzte und gemeinsame Aufgaben verteilte. Die Schule endete am späten Nachmittag, wie in Frankreich üblich, und wir alle waren überrascht von der übergroßen Disziplin, die im französischen Unterricht an den Tag gelegt wird.

IMG_5286Eine Stadtführung durch besagtes Moûtiers durfte natürlich nicht fehlen. Sie folgte mittwochs. Doch bevor diese startete, war es uns zur Aufgabe gemacht worden, in der Stadt selbst in Kleingruppen typisch Französisches zu entdecken und zu dokumentieren. Dann starteten wir in die eigentliche Führung, die mit einer Besichtigung der örtlichen Käserei begann. Hier wurde uns – natürlich in französischer Sprache – die Molkereigemeinschaft für Beaufort-Käse vorgestellt und wir durften das große Käsereifelager im hauseigenen Keller besichtigen. Im Anschluss besuchte unsere Gruppe das Heimatmuseum, wo wir mit der Geschichte Moûtiers etwas näher vertraut gemacht wurden. Der Tag in der Gruppe endete um 13⁰⁰ Uhr, der einzige Tag unter der Woche, an dem die Franzosen „früh“ freihaben.

IMG_5287Der Donnerstag begann spektakulär. Eine Schneewanderung stand auf dem Plan, also bestiegen wir einen Bus, der sich Richtung weiße Berggipfel vorantastete. Hier oben angelangt legten wir unsere „Raquettes“ an, die Schneeschuhe. Die sind für Wanderungen im Hochschnee absolut erforderlich und essentiell. Innerhalb von drei Stunden stiegen wir auf eine Höhe von 1920 Metern an, die Luft wurde immer dünner, der Himmel immer klarer und die Luft immer wärmer. Die Sonne schien strahlend auf uns hinab, mit wenigen Ausnahmen hatten alle Deutschen Sonnenbrand. Den allermeisten Franzosen, die offenbar ohnehin diese Art der Wanderung gewohnt zu sein schienen, blieb dieses Schicksal erspart. Gemeinsam am Ziel in der Höhe angelangt, genossen wir unsere Lunchpakete. Der Höhepunkt der Rast war eine gemeinsame Schneeballschlacht vor atemberaubender Kulisse. Der Abstieg beschränkte sich auf eine kürzere Zeitspanne, da er die meiste Zeit rutschend im Schnee stattfand … Und genauso spektakulär wie er begonnen hatte, endete dann auch dieser Donnerstag bei der Rückfahrt in das sonnige Tal.

IMG_5284Chambéry hieß das Ziel unseres letzten Tagesausflugs. Früh ging es mit dem Bus in Moûtiers los, gegen neun Uhr waren wir dann in der Provinzhauptstadt angelangt. Zuerst bekamen wir eine deutsche Schlossbesichtigung geboten, dann gab’s Freizeit für uns. In deutsch-französischen Gruppen machten wir dann also Chambéry unsicher und plünderten die Straßenläden. Es folgte eine komplette Stadtführung durch eine sehr beeindruckende, von kleinen Gassen durchzogene, mittelalterliche Hauptstadt des Départements.

Der letzte Tag kam nun zu einem Ende, das große Kofferpacken begann abends, ein letztes Mal war das französische Essen in der Familie angesagt. Schweren Herzens verließen wir dann am Samstagmorgen Moûtiers und können uns an eine sehr französische Woche in Frankreich mit viel Freude erinnern.

Paul Hallmanns

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