„Das war schon eine coole Sache“- Marvin Hirth ist Landes- und siebter Bundessieger!

Vom 17.-24. Juli 2016 findet in Hanoi (Vietnam) die 27. Internationale Biologie-Olympiade (IBO) statt, bei der Länder aus 50 verschiedenen Nationen im Fachbereich Biologie gegeneinander antreten. Zielsetzung des Wettbewerbs ist es, interessierte und motivierte Schüler, vor allem die der Sekundarstufe II, zu fördern. Um die besten vier Schüler für das deutsche Olympiateam zu ermitteln, wird zuvor deutschlandweit ein Auswahlwettbewerb über vier Runden durchgeführt. Auch Schüler und Abiturient Marvin Hirth der MSS 13 vom Gymnasium Konz hat aufgrund seiner überragenden Leistung zum Landessieg und siebten Bundespreis, die 3. Runde erreicht. Daher wird Marvin Hirth die Urkunde zum Landessieg mit persönlichem Brief der Ministerin bei der Abiturfeier überreicht. Im Interview spricht er über seine Erfahrungen im Wettbewerb und seine Erwartungen für die Zukunft.

Konzequent: Was hat dich dazu bewegt, an der Biologieolympiade teilzunehmen?

Marvin: Das hab ich Herrn Greweldinger zu verdanken, weil er immer motiviert gewesen ist und dann vor der Klasse immer Werbung gemacht hat: „Ja kommt Leute, macht doch da mal mit!“ Ende der 11. Klasse hat er schon dafür geworben, aber da hat sich halt keiner angemeldet und im darauffolgenden Jahr kam er wieder so begeistert und dann hab ich gedacht: „Ja, es kann ja jetzt nicht schon wieder keiner mitmachen!“

Konzequent: Warst du der Einzige aus deiner Stufe, der sich gemeldet hat?

Marvin: Nein, es haben vier Leute zu Beginn gesagt, dass sie mitmachen. Davon sind zwei nochmal abgesprungen, dann waren es nur noch zwei. Eine der beiden ist dann schon in der ersten Runde heraus geflogen, ich bin weitergekommen.

Konzequent: Die ersten beiden Runden fanden in der Schule statt, was waren deine Aufgaben und wie lief der Wettbewerb bisher ab?

Marvin: Die Erste war zu Hause. Es waren aber auch so komplexe Aufgaben, die ich mit Internet und Literatur beantworten durfte. Die gestellten Aufgaben waren trotzdem schwer, weil man manche Sachen auch gar nicht gefunden hat. Es war erlaubt zu googeln, aber man hat nicht alles gefunden!

Konzequent: Hast du dir auch ab und zu Hilfe bei einem Lehrer genommen?

Marvin: Nein, das durfte man nicht, man musste schon alles selber machen. Die zweite Runde war dann eine theoretische Klausur, teilweise mit Multiple Choice -Fragen, die zu beantworten waren. Ein anderer Teil bestand aber auch aus komplexeren Aufgaben, jeweils Hälfte-Hälfte, und man muss ungefähr 50 Prozent richtig lösen, um weiter zu kommen. Wobei nur die besten 40 von 600 Schülern weiterkommen. Also in der ersten Runde waren es schätzungsweise 1 200. Nach der ersten Runde wurde schon etwas herausgesiebt und dann waren es circa 500-600 Teilnehmer, von denen die besten 45 weiter nach Kiel, in die 3. Runde kommen.

 

Konzequent: Welche Erfahrungen konntest du in den ersten beiden Runden der Biologieolympiade sammeln?

Marvin: Erst einmal, dass die Biologie eigentlich viel breiter ist, als man sie im Unterricht kennen lernt. Eigentlich habe ich gedacht, dass ich echt gut vorbereitet bin und hatte auch wirklich viel gelernt. Aber dann sieht man halt, dass es doch noch sehr schwierige Fragen gibt, auf die man keine Antwort weiß, obwohl man denkt „Okay, das Thema hab ich gut vorbereitet.“

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Konzequent: Das heißt, du musstest dich auch außerschulisch auf die Auswahl zur IBO vorbereiten?

Marvin: Ja klar! Von Kursarbeiten kenne ich das so nicht, da lerne ich und dann weiß ich die Fragen meist. Bei der IBO hingegen reicht das Lernen an sich gerade einmal, um 60 Prozent der Fragen beantworten zu können.

Konzequent: Mit reinem Auswendiglernen kommt man also nicht weiter?

Marvin: Man muss wirklich breit, ganz viel wissen, aber auch in die Tiefe gehen. Die fragen dich dann über Sachverhalte aus, die du noch nie gehört hast. Ich hab das Glück, dass ich bei Herrn Greweldinger sehr gut unterrichtet werde, darüber bin ich auch wirklich froh. Ich konnte mir da auch einiges herleiten über das, was ich gelernt habe und schon wusste.

Konzequent: Was erwartet dich im Februar in Kiel? Hast du da bestimmte Erwartungen?

Marvin: Das ist wieder eine theoretische Klausur über viereinhalb Stunden, im Prinzip also ein weiteres Bio-Abi und dann jeweils drei praktische Aufgaben, die jeweils auf eine Stunde angesetzt sind. Es gibt drei Labore zu drei Bereichen der Biologie. Dort muss man präparieren, Schneidetechniken anwenden und Objekte skizzieren, die bewertet werden. Die Besten 10 der 40 Schüler aus der dritten Runde gelangen dann in die nächste Runde.

Konzequent: Wie weit willst du in dem Wettbewerb noch mindestens kommen?

Marvin: So weit wie möglich! Von Anfang an war Kiel mein Ziel, da ich gedacht habe, dass Kiel bereits ein sehr gutes Ziel wäre. Das hab ich jetzt schon geschafft, deshalb muss ich mir neue Ziele suchen. Außerdem ist der siebte Platz schon überraschend gut und theoretisch hätte ich sicherlich Chancen, eine Runde weiter zu kommen, wenn ich mich gut vorbereite. Das wäre schon cool!

Konzequent: Locken Preise überhaupt?

Marvin: Ab jetzt ja! Wenn ich nochmal weiter kommen würde, gibt es 500 Euro Preisgeld und eventuell ein Stipendium von der Studienstiftung und Forschungspraktika im In – und Ausland. Im Prinzip alle die jetzt weiter kommen erhalten ein Auswahlgespräch für ein Stipendium.

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Konzequent: Hast du das Gefühl, an dieser Schule und insbesondere in den Naturwissenschaften angemessen gefordert worden zu sein?

Marvin: Auf jeden Fall! Gerade in den Naturwissenschaften habe ich gute Lehrer und bin auch wirklich zufrieden, mit Herrn Schmitt in Chemie und Herrn Greweldinger in Biologie. Da bin ich ganz froh, dass ich die Beiden habe.

Konzquent: Vor kurzem hast du deine letzte schriftliche Abiturarbeit geschrieben. Wirst du weiterhin den Weg in die Fachrichtung Biologie nehmen oder hast du etwas ganz anderes in Zukunft geplant?

Marvin: Ich habe kurz überlegt Biologie zu studieren, weil ich großen Spaß daran hatte. Durch den Wettbewerb und gerade in der 13 hat es mir besonders viel Spaß gemacht. Ich hab mich jetzt entschieden, Medizin zu studieren, da ist ja auch noch ein bisschen Bio mit drin, dennoch schlage ich damit auch eine andere Richtung ein.

Konzquent: Denkst du, dass dir deine beachtenswerte Platzierung im Beruf weiterhelfen wird?

Marvin: Ja, auf jeden Fall, weil ich gelernt habe, mich gesondert richtig gut vorzubereiten und Energie in Projekte zu stecken.

Konzequent: Welche Ziele hast du dir für die Zukunft gesetzt?

Marvin: Erst einmal das Studium; und dann schauen wir weiter!

Konzequent: Biologieolympiade – Erfahrung für’s Leben?

Marvin: Würde ich schon sagen. Ich habe am Anfang nicht gedacht, dass es so cool wird und bin positiv überrascht!

Konzequent: Vielen Dank für das Interview!

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