Ein Interview mit Herrn StD Albert Schmitt

Türschild A. SchmittHerr Albert Schmitt (2⁶(2hoch6) Jahre alt) ist Studiendirektor und MSS-Leiter am Gymnasium Konz und geht in wenigen Tagen in den Ruhestand. In dreieinhalb Jahrzehnten hat er Tausende von Schülerinnen und Schülern in den Fächern Mathematik und Physik unterrichtet. Ein kurzes Resümee nach über √(1369) Jahren pädagogischer Arbeit. Ich bedanke mich für dieses Interview und wünsche Ihm alles Gute für den neuen Lebensabschnitt.

 

Wir starten mit einer kurzen Fragerunde, bevor er uns ausführlich seinen Werdegang erzählt.


 

  1. Welchen Promi würden Sie gerne zum Essen einladen?

 „Gottfried Wilhelm Leibniz (er lebt nicht mehr).“

 

  1. Wie heißt Ihr Lieblings-Mathematiker?

„Pythagoras.“

 

  1. Welche Sprache würden Sie gerne sprechen?

„Italienisch.“

 

  1. Was ist Ihr Lieblingsreiseziel?

„Australien/Neuseeland.“

 

  1. Wenn Ihr Leben ein Buch wäre, was wäre der Titel?

„Früher konnte ich nicht …, heute kann ich es.“

 

  1. Was würden Sie Gott fragen?

Wer die Welt erschaffen hat.“

 

  1. Erstes Wort, das Ihnen mit „S“ am Anfang einfällt!

„Die Strahlensätze in der Mathematik und die Sonne in der Physik.“

 

  1. Was bringt Sie zum Lachen?

„Witze.“

 

  1. Was macht Sie wütend?

„Unehrlichkeit.“

 

  1. Was würden Sie gerne können, was Ihnen nicht gelingt?

„Schneller lesen und neue Fremdsprachen beherrschen.“

 

  1. Was war Ihr schlimmster Alptraum?

„Einmal habe ich geträumt, dass mein Abitur nicht mehr anerkannt wurde. Es war schlimm zu wissen, welche Konsequenzen es hatte.“

 

  1. Was wollen Sie an sich geliebt wissen?

„Der Umgang mit Menschen, insbesondere meine Gerechtigkeit und Zuwendung ihnen gegenüber.“


 

Kommen wir nun zu den Fragen über seinen Werdegang:
Zitat Schmitt

 

  • Herr Schmitt, warum sind Sie Lehrer geworden?

„Schon als Schüler hat es mir Freude bereitet, meinen Nachhilfeschülern etwas beizubringen und zu sehen, wie sich ihre Leistungen verbessert haben. Für mich hat das alte Wort „Pädagoge“ noch einen hohen Stellenwert: Es bedeutet nämlich „der Knabenbegleiter“ (gilt natürlich auch für das weibliche Geschlecht) und das ist der eigentliche Sinn des Lehrberufs.“

  • Ihre letzten Tage als Lehrer sind angebrochen. Sind Sie erleichtert oder fällt es Ihnen schwer, in den Ruhestand zu gehen?

„Ich gehe mit einem lachenden und einem weinenden Auge. Ich bin immer gerne zur Schule gegangen und habe mit viel Freude unterrichtet. Alles hat seine Zeit – die berufliche ist jetzt nach 37 Jahren vorbei. Es bleiben mir viele schöne Erinnerungen.“

 

  • Können Sie sich noch an Ihre ersten Jahre als Lehrer erinnern?

„Natürlich, die Klassen waren mit 40 Schülern besetzt. Von meinem ersten Leistungskurs Physik haben 17 Schüler Mathematik oder/und Physik studiert. Mit mehreren Schülern habe ich heute noch Kontakt.“

 

  • Würden Sie heute wieder Lehrer werden wollen?

„Ein ganz klares „Ja“. Für mich war der Beruf eine Berufung. Am Ende der Ferien habe ich mich immer auf meine Schüler gefreut.“

 

  • Hat sich der Job als Lehrer verändert?

„Lehrer war nie ein Job für mich. Die Anforderungen an den Lehrer sind heute etwas anders als früher. Auch die Schüler und ihr Verhalten haben sich verändert. Es ist nicht immer (ganz) leicht!“

 

  • Haben Sie mitbekommen, was aus Ihren ehemaligen Schülern geworden ist?

„Ja – einige melden sich in regelmäßigen und unregelmäßigen Abständen und schauen auch schon mal bei mir vorbei. Manche Kurse treffen sich bei mir zu Hause und wir verbringen einen gemütlichen Abend miteinander. Sie erzählen dann, was sie beruflich machen und ich freue mich über ihren beruflichen Erfolg.“

 

  • Als Oberstufenleiter hatten Sie sicherlich viel zu tun. Falls Sie Zeit gefunden haben, fuhren Sie gerne auf Klassenfahrt?

„In den Anfangsjahren bin ich gerne mit meinen Klassen ins Landschulheim gefahren. Davon gibt es ganz schöne Erinnerungsfilme.   Auch mit den Kursen habe ich Studienfahrten nach München, Berlin und Paris gemacht. Als Oberstufenleiter war ich nicht mehr so oft auf Klassenfahrt.“

 

  • Jetzt sind sie Pensionär! Was haben Sie sich für Ihren Ruhestand vorgenommen?

„Ich bestimme selbst, was ich mache. Da ich nun viel Zeit habe, werde ich mich verstärkt meinen Hobbys widmen: Agility, Astronomie, Gartenarbeit. Aber auch viel verreisen!“

 

  • Bitte ergänzen Sie: Das Mathebuch ist…

„Wichtig und nützlich – aber keine Bibel!“

 

  • Sie haben am Anfang der neunten Klasse mal zu uns gesagt: „Physik ist wunderschön. Aber Mathematik ist schöner“. Aber haben Sie Mathe schon in der Grundschule am liebsten gemacht?

„Ob ich in der Grundschule – damals hieß es Volksschule – schon gerne Rechnen gemacht habe, weiß ich nicht mehr. Richtig Spaß an Mathematik bekam ich in der 8. Klasse.“

 

  •  Ihre ehrliche Meinung: Wie ist es um die mathematischen Kenntnisse der Schüler bestellt?

„Dies zu beantworten ist schwierig, da es „den Schüler“ nicht gibt. Früher habe ich gerne lineares Optimieren unterrichtet – heute kann das kaum noch jemand. Dafür können die Schüler heute wesentlich mehr in Wahrscheinlichkeitsrechnung und Statistik.“

  • Wenn Sie Bildungsminister wären, was würden Sie verändern? Wie ist Ihr Verhältnis insbesondere zum G8?

„Ein Fehler der Bildungsminister ist es, dass sie dem Schulsystem ihren Stempel aufdrücken wollen und oft unsinnige Veränderungen durchführen (Aufhebung des 3-gliedrigen Schulsystems) und die Konsequenzen nicht bedenken. 


G8 halte ich für überflüssig! Sehr gute Schüler können auch eine Klasse überspringen!“

 

  • Was halten Sie vom Umweltschutz und von der Nachhaltigkeit?

„Ich finde es gut, dass sich unsere Schule das auf die Fahne geschrieben hat. Die Müllvermeidung und die Mülltrennung müssen aber noch ausgebaut werden. Die Projekttage beschäftigen sich ja auch mit dieser Thematik. Mal sehen, was sich dabei ergibt.“

 

  • Wen oder was würden sie retten, wenn die Schule brennt?

„Natürlich die Schülerinnen und Schüler – die Lehrerinnen und Lehrer retten sich schon selbst. Sonst ist meine Meinung zum Brandschutz hinlänglich bekannt.“

 

  • Was würden sie mit 1 Mio € machen?

„Ich würde mit meiner Frau eine ausgiebige Reise machen, unseren drei Kindern eine „Finanzspritze“ zukommen lassen und Geld für einen sozialen Zweck spenden.        

…aber bisher kam noch keine Million Euro bei mir an.“

 

  • Was würden Sie an unserer Schule verändern, wenn Sie könnten?

„Ich konnte als MSS-Leiter Vieles an unserer Schule verändern oder auch Einiges ganz neu einrichten. Manches hat heute schon eine kleine Tradition, wie z.B. der 24-Stunden Lauf.                                

Bei Veränderungen habe ich immer versucht, die Lehrer und auch die Schüler von der Notwendigkeit zu überzeugen, und sie dann behutsam umzusetzen. Zurzeit sehe ich keine Notwendigkeit für eine große Veränderung.“

Zitat Schmitt 2

 

Zu guter Letzt…

„wünsche ich den Kolleginnen und Kollegen, dass sie die Freude an ihrem Beruf nicht verlieren und ab und zu die Schulvereinbarung lesen.

Ich hoffe die Schülerinnen und Schüler sehen im Laufe ihrer Schulzeit ein, dass sie lernen „dürfen“ und Bildung ein hohes Gut ist.“

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