Frankreich 2015 – Ab in die Zelte

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— Wir sind on Tour. Ein Reiseblog für Anfänger —

 

„Ich steige in Trier in den Zug und weiß, dass es nun los geht“, so denkt Herr Bertram für sich, während er auf die Uhr schaut und hofft, dass der Rest der Mannschaft in Konz am Bahnhof steht und ihren Zug erwartet. 15 Schüler und Herr Ruhe steigen in Konz dazu. Am nächsten Halt in Saarburg gesellen sich Martin D. und Herr Fox zu uns. Jetzt sind wir als Interrail-Gruppe, die in den nächsten neuen Tagen unterwegs sein wird, komplett.

Es ist sonnig, es wird warm und je weiter wir in den Süden Frankreichs vordringen, wird es zunehmend wärmer. Nur kurz halten wir uns in Saarbrücken auf, denn, nachdem wir mit der Regionalbahn von Trier aus angekommen sind, warten wir auf den TGV nach Paris. Es ist ein recht kurzer Zug, die Gleisnummerierung ist undurchsichtig, die Suche nach den reservierten Sitzplätzen in den Wagons muss begonnen werden. Die Rucksäcke sind sperrig, die Gänge in den französischen Schnellzügen eng. Wir bleiben in den Türen stecken und merken, dass diese modernen Züge vor allem für schmale elegante Rollkoffer geschaffen sind. Trolleys finden wir zahlreiche in den Staufächern, unsere Säcke und Taschen, unsere Wurfzelte und Isomatten passen noch in die Ecken. Wir sitzen, verteilt in den Wagen, als 5er-Gruppe zusammengewürfelt und lernen uns ein wenig kennen – als Reisende.

Doch einige hatten den TGV verlassen und Eindruck hinterlassen. Herr Ferraro, ein gutaussehender französischer Bahnbeamte, stieß auf eine der Gruppen, um die Fahrkarten zu kontrollieren. Brav zeigten sie ihre Interrailtickets und ihre Sitzplatzreservierungen und lächelten dabei freundlich, weil sie sich sicher waren, dass sie die vollständigen Papiere vorzeigen würden. Diese Dokumente konnten den Bahnbeamten jedoch nicht zufrieden stellen.

„Dies ist ja nur die Reservierung“, sagte Herr Ferraro bestimmend, „wir benötigen noch die dazugehörige Fahrkarte“, erklärte er eindringlich und hastig. Die Schüler, leicht überfordert, schauten sich verwundert an und versuchten eine Lösung für das Problem zu finden.

Auf Französisch erklärte Ilana K., dass ihr Lehrer vermutlich über das benötigte Dokument verfüge, dieser jedoch in einem anderen Wagen sitze. Zunächst dachten die Schüler, dass damit die Sache geklärt sei, und wollten sich wieder von dem Bahnbeamten abwenden, als Herr Ferraro, sichtlich erbost, jedoch keine Anstalten machte zu gehen.

Dann müssen sie ihren Prof suchen“, bemerkte der Schaffner wütend, “ i c h  weiß nicht, wo er ist!“

„Ja, ich schon!“ entgegnete Matthias L. ebenso sichtlich genervt; fast schon aggressiv begann er seinen „prof“ zu suchen.

Matthias machte sich auf die Suche in den verwinkelten Gassen und Gängen des TGVs und fand Herrn Bertram in einem anderen Abteil. Der Lehrer begleitete den Schüler zu Herrn Ferraro und schon klärte sich die Unannehmlichkeit auf, da die eigentliche Fahrkarte sich tatsächlich bei dem „prof“ befand. Die Tickets wurden erkannt und abgestempelt.

Dies war nicht das einzige Hinderniss auf unserer Reise.

Während im TGV bereits wenig Platz für Campingausrüstung und breite Isomatten war, verdichtete sich dieses Problem in der Pariser Metro. Martin D. schlenderte hinter Metroschleusen den Gang in den U-Bahnschacht hinein und bemerkte nebenbei zu den vorangegangenen Interrailer: „Abi ist stecken geblieben“. Erschrocken und rätselnd gingen die Wartenden wieder zurück zu den engen Metrodrehkreuzen. Hier befand sich Abi (Apeganan E.), seinen Metroschein hochhaltend und etwas ungläubig dreinschauend, auf der anderen Seite der Metroschleusen. Kristofer L. stand ihm gegenüber und gab ihm Tipps: „Probiere mal eine andere aus“. Doch Abi blieb auch hier stecken. Er stand mit vollem Gepäck ratlos vor der verschlossenen Schleuse und begann blitzartig verzweifelnd nachzudenken: „Endet hier meine Reise? Wo ist Herr Bertram? Wie komme ich hier durch? Was soll ich tun? Wer kann mir helfen? Alle sind weg?“ Das Metro-Ticket war entwertet, und keine Schleuse öffnete sich. Als die Helfenden zurückeilten, riet Herr Bertram Abi, den Rucksack herüberzureichen und unter dem Drehkreuz hindurchzukriechen. Dann war Abi durch.

Erste Station:

 

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