WSV #9 – Zur Geschichte unserer Bibliothek

Heute ist es wichtiger denn je, junge Menschen zum Lesen zu begeistern, sie zu lehren, das Buch neben den neuen Medien vielfältig zu nutzen. Schule und Universität sind die Orte des Lesens und Lernens – und sichern damit eine wertvolle Bildungstradition. Neben den Unterrichts- und Vorlesungsräumen sind auch Bibliotheken immer eine Stätte gewesen, in denen gearbeitet, gelernt und studiert werden konnte. Gerade in modernen Zeiten des Internets, das die schnelle Verfügbarkeit von Wissen ermöglicht und suggeriert, ist es hilfreich, dies in aller Ruhe, entschleunigt und besonnen tun zu können. Es ist klar, dass die Schulbibliothek der Ort all derjenigen Aktivitäten ist, die die Lesekompetenzen und Verstehenshorizonte erweitern und befördern.

Bilder 10.6.-24.9.08 379die alte Bibliothek in dem früheren Raum H 201 (heute A 120)

So wurde auch in dem 1973 gegründeten Gymnasium Konz nach wenigen Jahren des Aufbaubetriebes eine Bibliothek mit funktionalen Möbeln eingerichtet. Nach dem Einzug in das so genannte „Hauptgebäude“ 1978/79 war diese bereits ein wesentlicher Bestandteil des Aufbaugymnasiums. Kontinuierlich erweiterte sich der Bestand der Schulbibliothek, der mithilfe des Bibliotheks- und Fächeretats in den Schuljahren finanziert wurde, auf heute ca. 7000 Bücher. Herr Oberstudienrat Manfred Quintus betreute seit Beginn der 80er Jahre bis 2005 die Bibliothek und begleitete beständig die alltägliche Nutzung im Schulleben. Die Erweiterung der Schule brachte aber auch steigende Schülerzahlen mit sich und mehr Lehrkräfte, die dann zunehmend die Bibliothek als größten Raum des Gymnasiums für andere Veranstaltungen und Versammlungen nutzten: Theaterveranstaltungen, Konzerte, Feste, Vorträge, Konferenzen, Vorlesewettbewerbe, Autorenlesungen und viele andere Ereignisse haben seitdem an diesem Ort stattgefunden.

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die renovierte große Bibliothek (früherer Raum H 201, heute A 120)

als Multifunktionsraum

Im Zuge der Förderung der Leseecken für Ganztagesschulen (2005), die vor allem Frau Studiendirektorin Magdalena Norta initiierte, und vor der Renovierung des Raumes H 201 (2010, heute A 120) hat sich die Bibliothek 2009 in zwei Standorte geteilt: Die alte Bibliothek mit dem fachwissenschaftlichen Buchbestand verblieb im Hauptgebäude, im Neubau entstand auch mit dem Engagement von Frau Oberstudienrätin Ute Seeling zusätzlich eine kleine Schülerbibliothek für die Klassen 5 bis 10, die bis heute zahlreiche Medien (ca. 2800 Bücher, Zeitschriften, CDs, CD-ROMs, Hörbücher u.a.) für die Schüler bereithält. Ausleihe und Öffnungszeiten der Bibliothek werden durch Schüler verschiedener Klassenstufen organisiert, die in der AG Biblos angeleitet werden. Den Leihbetrieb und die Rückgabe der Medien betreuen die Schüler hierbei mithilfe moderner Bibliothekssoftware. Eine gezielte und breite Leseförderung anzubieten, den Lesestoff an die Schüler heranzubringen, ist sowohl eine Aufgabe dieser engagierten Schüler als auch der an der Schule tätigen Lehrer. Für die 5. und 6. Klassen wird beispielsweise eine mehrstündige Bibliotheksrallye angeboten, mit Hilfe derer die Schüler im Klassenverband an das Buch und an die Schülerbibliothek herangeführt werden. In einem Leseclub können sich die Schüler in die faszinierende Welt der Bücher einlesen und diese ergründen. Auch mit dem Internet kann der bewusste, kritische und verantwortliche Umgang neben dem ‚klassischen’ Buch an beiden Orten eingeübt werden. Hier kann die Schulbibliothek einen wichtigen Beitrag zur Medienerziehung und zur informationstechnologischen Bildung leisten.

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die kleine Schülerbibliothek im Neubau (früher N 306, heute C 207)

Eine zukunftsorientierte und zukunftsfähige Schule ist vor allem von der Forderung geprägt, Selbständigkeit, Selbsttätigkeit, Eigenverantwortlichkeit und Teamfähigkeit der Schülerinnen und Schüler zu fördern. Damit verbunden ist die Einsicht, das Lernen selbst zum Gegenstand des Lernens zu machen, in Form von bewusstem Methodentraining wie auch in der Motivierung der jungen Menschen zu einer lebenslangen Lernbereitschaft: Individualisiertes oder exemplarisches Lernen, Erzeugung intelligenten Wissens oder  fachliches und fächerübergreifendes Lernen sind hier einzelne bildungsrelevante Kernkompetenzen. In der finanziellen wie konzeptionellen Grundausstattung einer Schule, die diese Anforderungen heute ernst nimmt, kommt der Schulbibliothek daher eine hohe Bedeutung zu. Denn sie ist ein wichtiger Lernort, der in besonderer Weise geeignet ist, Schlüsselqualifikationen einzuüben. Hier werden Schüler angeleitet, selbstständig Informationen zu suchen, Sachwissen zu erschließen und eigenverantwortlich zu entscheiden, in welchem Maße sie von dem bereitgestellten Angebot Gebrauch machen wollen. Hier haben sie die Möglichkeit, gemäß dem eigenen Lerntempo zu arbeiten. Hier lernen sie, im Team Such‑, Nachschlage‑ und Lesearbeit zu organisieren und kooperativ durchzuführen.

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Bücher in der kleinen Schülerbibliothek (C 207)

Dennoch ist die Erhaltung einer Bibliothek für die Schule auch ein Kraftakt und eine Richtungsentscheidung in Zeiten der knappen Haushalte. Die Erneuerung des Buchbestandes, das Angebot von Zeitschriften oder die Anschaffung attraktiver Fach-, Sach- und Jugendliteratur sind ohne Spenden, Buchpatenschaften, Elterninitiativen und Kooperationspartner kaum mehr zu leisten. Auch hier ist eine Schulbibliothek angewiesen auf das Engagement all derjenigen, die am Schulleben beteiligt sind und denen das Buch eine Herzenssache geblieben ist und bleibt. Während eine Bibliothek sich immer mehr gegen das schnelle und überall verfügbare Netz behaupten muss, so bietet sie zugleich ein nicht zu unterschätzendes Gegengewicht, einen Ort der Ruhe und Besinnung, der das geschriebene Wort und auch den überdachten Satz zu schätzen lehrt.

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Buchhandlung Kolibri

Stadtbibliothek Konz

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