„In die Medienwelt hineingeworfen“

Ich fühle mich in dieser „Mediengesellschaft“ wohl. Zumindest größtenteils. Klar bringt der Fortschritt im Bereich der Neuen Medien sowohl Vorteile als auch Nachteile mit sich. Aber das tut schließlich so ziemlich jede Entwicklung. Gefahren und Risiken bestehen immer und überall. Neue Medien, oder insbesondere das nett betitelte Neuland/Internet direkt als „Buhmann“ darzustellen, wäre schlichtweg falsch.

Setzt man sich mit Medien genauer auseinander, reflektiert einzelne Handlungen und ist sich seiner Verantwortung, die gleichzeitig mit der Nutzung der Neuen Medien entsteht, bewusst, können diese durchaus eine große Bereicherung sein.

Das Problem

Hier sehe ich allerdings einen Knackpunkt: Fast alle Jugendliche, in diesem Fall spreche ich für unsere Generation plus/minus fünf Jahre, werden unvorbereitet auf die Medienwelt losgelassen.

Die Folgen

Reizüberflutungen durch die vielfältigen, unendlich weitreichenden Angebote können überfordern, dies ist aber nicht das größte Problem. Viel eher ist es das nicht vorhandene Verantwortungsbewusstsein. All das, was da im Internet gepostet, geschrieben, konsumiert wird, wirkt so fern und teils unbedeutend, dass vielen die möglichen Folgen für ihr Handeln nicht bewusst sin. Beispielhaft wären hier YouTube-Kommentare zu nennen: Oftmals komplett unreflektierte Aussagen, Hate (Beleidigungen) beziehungsweise unbegründete und nicht konstruktive Kritik sind hier zu finden.

An dieser Stelle möchte ich allerdings auch nicht pauschalisieren: Vermutlich gibt es auch sehr viele Jugendliche, die sehr wohl verantwortungsbewusst und angemessen mit Medien umgehen und beispielsweise, wie oben genannt, entsprechend mit anonymen Usern im Netz interagieren. Die Ursachen für das fehlende Bewusstsein für all das, was im „Neuland“ passiert, sind vielfältig, liegen aber hauptsächlich an nicht vorhandener Aufklärung.

Aber wer ist für diesen Missstand verantwortlich? Und ist es nun Aufgabe der Schule oder die der Eltern, Kinder und Jugendliche auf unsere heutige Mediengesellschaft vorzubereiten und sie aufzuklären?

Meiner Meinung nach hat unsere Schule da gerade genau in diesem Bereich „einen Schritt in die richtige Richtung“ getan. Mit den MINT-Fächern Mathematik, „Technik“, den Naturwissenschaften und vor allem dem Fach Informatik sollen auch Medienkompetenzen gefördert werden. Zumindest erhoffe ich mir das.

Fazit

Bereits als Kind wurde unsere Generation auf die Medienwelt losgelassen – heute besitzt schon so manches Kleinkind ein Tablet. Aufklärung erfolgt gar nicht oder nur in geringem Maße. Und Eltern, die nicht gerade medienaffin sind, können diese auch nicht leisten, höchstens eine Sperre einrichten. Ich habe mir die Welt des „Worl Wide Webs“ in Eigenregie erschlossen. Geschadet hat es mir nach meinem Empfinden nicht. Ein Verantwortungsbewusstsein für sein Handeln, hier in Bezug auf die Neuen Medien, zu entwickeln ist nicht selbstverständlich und muss stärker gefördert werden. Denn die Befürchtung Martin Walsers, deutscher Schriftsteller aus Wasserburg, bewahrheitet sich heute leider immer häufiger:

Medien dürfen alles und müssen nichts!

 

Beitragsbild von violinha (CC BY-NC-SA 2.0)

Dieser Beitrag enstand zur Unterrichtseinheit „Leben satt“ im Religionsunterricht der 10. Klassen.

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