Eier entkochen an der Uni – Revolution in der Krebsforschung

Kocht man ein Ei 20 min. bei 90°C dann ist es auf alle Fälle hart. Biologen würden sagen, dass die Eiweiße und großen Biomoleküle „denaturiert“ (zerstört) und nicht wieder herstellbar sind. Doch Forscher der University of California in Irvine (USA) entdeckten, wie man ein hart gekochtes Ei wieder weich bekommt und wie dies in der Medizin und der Lebensmittelchemie revolutionäre Fortschritte mit sich bringt.

UCISign

„Unwiederbringlich“ zerstört sei das Hühnerei nach dem Kochen. Aber was heißt denn schon „unwiederbringlich“ im Labor? US-amerikanische

und australische Molekularbiologen schafften es, die Reset-Taste für ein gekochtes Ei zu betätigen und können damit in naher Zukunft  die Kosten für Krebstherapien sowie deren Zeitaufwand erheblich senken.

lysozym
Tertiärstruktur eines Proteins ( hier: Lysozym)

Für ihr Experminet verwendeten die Forscher Hühnereiweiß, welches sie 20 Minuten bei 90°C kochten. Im Ergebnis waren die Proteine, wie auch das Enzym Lysozym, zerstört und lagen nicht mehr in ihrer ursprünglichen Struktur vor. Folglich verflüssigten die Forscher das nun verklumpte, feste Material mit Hilfe einer harnstoffhaltigen Substanz. Die bisher noch zusammengeballten und unlösbaren Proteine werden mit einem Microfluidfilm überzogen und durch ein Dehnungsverfahren in einer Zentrifuge entwirrt. Da Proteine durch an verschiedenen Stellen unterschiedlich stark geladene, aneinander gekettete Aminosäuren sind, werden sie durch das heftige Schütteln in der Zentrifuge wieder in ihre vorherige Struktur gezogen.

Mit einem tagelangen Dialyseverfahren konnte man bisher Proteine halbwegs wiederherstellen. Mit der neuen Entdeckung kann die teure Gewinnung von Enzymen aus Hamster-Eizellen für die Herstellung von Anti-Krebs-Antikörpern überarbeitet werden, in dem man die Proteine in Minutenschnelle reinigt und recycelt. Zudem bringt dieses neue Verfahren auch innerhalb der Lebensmittelindustrie, wie beispielsweise in der Herstellung von Käse, neue Möglichkeiten mit sich.

Quellen: faz, focus, University Of California, Scinexx

 

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.