Die Laus im Lack | Wieso? Weshalb? Warum?

Wieso? Weshalb? Warum? Weltgeschehen kurz und knapp zusammengefasst.

Schellack

Schaut man sich die Zutatenliste der Schokobons der Firma „Ferrero Kinder“ an, fällt zunächst nichts Ungewöhnliches auf: Vollmilchschokolade, Magenmilchpulver, Butterreinfett, Schellack…

Moment! Schellack?

Ganz unauffällig und meist an letzter Stelle der Zutatenliste, als Überzugmittel, ist Schellack sowohl auf Kaugummi-, Nahrungsergänzungsmittel-, Orangenverpackungen und Verpackungen dunkler Schokolade zu finden.

FAKT #01:

Orangen und Äpfel sind oft mit Schellack überzogen. Dieser ist auf der Verpackung jedoch nicht als „Schellack“ sondern „E904“ gekennzeichnet. Der Schellack auf Orangen und Äpfeln lässt die Oberfläche des Obstes glänzen und vermittelt einen frischeren Eindruck.

Shellac_three_colours
Schellackplatten in unterschiedlichen Färbungen

Auf Pappelfeigen leben die Lackschildläuse die für die Herstellung des Schellacks (oder auch Tafellack, Plattlack) benötigt werden. Die weiblichen Exemplare ernähren sich von sich von den Pflanzensäften dieser Bäume, scheiden harzartige Substanzen aus, von denen sie schließlich umhüllt werden. Anschließend werden Harz und Läuse vom Holz getrennt und mehrmals gewaschen und getrocknet.

Fakt #02:

Schallplatten bestanden früher hauptsächlich aus Schellack. Die harzartige und glatte Oberfläche war perfekt um die Schallplatten ablesen und wiedergeben zu können.

Ähnlich wie mit Schellack verhält es sich auch mit Karmin. Dieses wird ebenfalls aus Läusen hergestellt, Schildläusen. Dabei wird Karmin nicht als Überzugmittel für Lebensmittel sondern für Kosmetik, vor allem für Lippenstift, Kleidung und Malerfarben eingesetzt.

FAkt #03:

Um ein Kilogramm Karmin herzustellen sind 100.000 Läuse nötig. Für ein Kilogramm Schellack ganze 300.000.

Und was tun, wenn man sich nun vegetarisch oder vegan ernährt?

Wer mit Schellack überzogene Lebensmittel nicht zu sich nehmen möchte kann ganz einfach darauf verzichten: Regionale Produkte. Denn die mit Schellack überzogenen Äpfel und Orangen stammen meist aus dem Ausland, regionale meist nicht. Wer auf die Schokobonbons nicht verzichten will, der greift am besten zu den Produkten der Discounter, wie beispielsweise den „Milchmäusen“ von Aldi. Diese haben keinen Schellacküberzug und sind somit vollkommen vegetarisch!

 

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