Wymiana Polska!

„Dzien` dobry“ ist polnisch und heißt Guten Tag. Mit diesen Worten wurden 12 Schüler der Elften Klasse letzte Woche in Danzig begrüßt. Für sie ging es im Rahmen eines Schüleraustausches in unsere polnische Partnerstadt Puck. Ohne jegliche Sprachkenntnisse und trotz Vorurteilen – unter dem Anspruch auf politische Korrektheit verzichten wir auf Beispiele – wagten wir den Schritt in ein für uns bisher unbekanntes Land.

Am 22. Juni versammelten wir uns am Trierer Hauptbahnhof, um den langen Weg nach Puck auf uns zu nehmen. Mit dem Zug ging es zuerst nach Köln und von dort aus weiter nach Frankfurt zum Flughafen. Mit ständigen Blick auf die Uhr mussten wir zu unserem Gate rennen, um unseren Flieger nach Danzig noch zu bekommen.

In Danzig angekommen, wurden wir zu erst einmal zur Schule gebracht, wo uns die polnischen Schüler und Schülerinnen schon gespannt erwarteten.

 Am Montag stand eine Stadt-Rallye auf dem Programm, um Puck besser kennenzulernen.

Dienstags haben wir einen ehemaligen „Bauernhofbesucht. Unter Anleitung wurden wir ins bäuerliche Alltagsleben eingeführt – Brot backen, Mini-Tischläufer weben, waschen und was sonst noch dazu gehört. Anschließend ging es auf ein Segelboot und die Küste Polens wurde erkundet. Leicht durchnässt versammelten wir uns um ein Lagerfeuer für ein gemütliches Picknick am Strand.

Danzig war unser Ziel am Mittwoch. In kleinen Gruppen entdeckten wir auf eigene Faust die schöne Altstadt. Nach 400 Stufen, einem Drehwurm und Atemnot befanden wir uns bald auf einem der höchsten Punkte Danzigs, dem Turm der Marienkirche. Von oben sieht die Stadt einfach noch atemberaubender aus als von unten – also ein Muss für alle Danzigbesucher!! Leider muss man die Stufen auch wieder hinunter steigen 😉 Anschließend machten wie es uns zur Stärkung nach der Anstrenung mit einer Waffel am längsten hölzernen Piers Europas in Sopot bequem, um die wenigen Sonnenstrahlen zu genießen.

Am Donnerstag erhielten wir dann unter anderem einen Einblick in das Schulleben eines polnischen Schülers. Anders als in Deutschland „feiern“ die Polen ihren letzten Schultag. Wir durften bei solch einer Zeremonie dabei sein. Fein heraus geputzt versammelten sich die rund 200-300 Schüler in der Turnhalle, um die Besten der einzelnen Jahrgänge zu ehren, darunter auch ein paar unserer Austauschschüler. Nach verschiedenen Reden des Direktors und Schülern, den Ehrungen und der Nationalhymne beleiteten wir die Schüler in die Klassen, um mit ihnen ihre Zeugnisse entgegenzunehmen.

Um unseren letzten Tag in Polen schön ausklingen zu lassen, fuhren wir nach Hel. Hel ist die letzte Stadt der polnischen Halbinsel. An der schmalsten Stelle der Halbinsel kann man problemlos von der einen Küste zur anderen in weniger als 5 min laufen (ca. 400m breit). Dort besuchten wir eine Robbenaufzuchtstation und relaxten am Strand.

Freitags hieß es schon wieder Abschied nehmen und zurück nach Deutschland zu kehren – mit einem weinenden und lachenden Auge. 🙁 Mein Fazit nach der Woche:

Ich war positiv überrascht von dem Austausch nach Polen und kann es den nächsten Elfern nur empfehlen, mitzufahren. Natürlich ist es schwer, sich auf ein Land einzulassen, dessen Sprache man nicht mächtig ist, aber auf Englisch und mit Händen und Füßen haben wir dieses Problem gemeistert. Ich glaube es gab keinen, dem die Fahrt nicht gefallen hat. Ich persönlich habe durch diese Erfahrung gelernt, unseren Lebensstandard in Deutschland mehr zu schätzen. Mit dem Auto sind die meisten von uns in 10 min in der Schule, meine Austauschschülerin jedoch muss um kurz vor fünf aufstehen, da sie noch 2 Stunden Zugfahrt auf sich nehmen muss, um zur Schule zu gelangen, da sie in Hel wohnt. Zwar gibt es in Hel auch eine Schule, aber die Schule in Puck bietet ihr bessere Bildungsmöglichkeiten. Auch wohnen die Polen viel einfacher und rustikaler. Meine Gastfamilie bewohnt zu dritt eine Drei-zimmerwohnung. Da ich das Zimmer meiner Austauschschülerin belegte, musste sie sich mit ihren Eltern das Wohnzimmer teilen. Natürlich ist das nicht bei jedem so. Insgesamt sind die Polen viel gastfreundlicher als wir – trotz der unschönen gemeinsamen Vergangenheit von Deutschen und Polen haben sie uns herzlich aufgenommen.

Also, auf geht`s !!

Im September ist die Ankunft unserer polnischen Austauschschüler geplant.

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