„Europawahl – total egal?“ – Was die Jugend über Politik denkt

Die Europawahl 2014 war das wohl wichtigste politische Ereignis in diesem Jahr. Doch das große Interesse blieb aus. Vor allem für Jugendliche scheint Politik etwas zu sein, dass eher mit Internetsperre oder Museumsbesuchen vergleichbar ist. Warum sonntags wählen gehen, wenn das Bett doch so gemütlich und das Wetter so wahnsinnig gut ist?

Man könnte also sagen, die deutsche Politik habe ein echtes Imageproblem. Doch stimmt das wirklich? Geht kaum ein Jugendlicher wählen? Und gibt es nicht auch plausible Gründe, nicht wählen zu gehen?

Aufmerksam auf dieses Thema wurde ich durch eine NDR-Reportage vom 24. Mai. In „Europawahl – total egal? , Was die Generation Youtube denkt“, kommen viele verschiedene Youtuber zu Wort und geben ihre Meinung preis. Denn:

Youtube-Stars haben genau das, wovon so viele Politiker träumen: Aufmerksamkeit. Sie sind kreativ, sie sind bunt – und ihre Videos werden millionenfach online angesehen, geliked, geteilt. Politisch sind sie nicht – aber eine Meinung zu Europa haben sie trotzdem.

So macht sich Freshtorge in seinem Heimatort Wesselburen auf die Suche nach „einem Stück Europa“, der gebürtige Grieche Chris Manazidis-Tsentemeidis von Bullshit TV räumt mit Vorurteilen auf und AlexiBexi überrascht mit verschiedensten Fakten über Europa

Eins bleibt jedoch: Die Jugend hat keine Lust auf Politik, die meisten zumindest. Dies könnte zuletzt auch daran liegen, dass Jugendliche sich erst richtig mit diesem Thema auseinandersetzten, wenn sie bereits wahlberechtig, also auch volljährig sind. Um das Bewusstsein zu stärken, auch für das verantwortlich zu sein, was sich in der Politik abspielt, gibt es einige Organisationen.

Eine der größten ist „U18 – Die Wahl für Kinder und Jugendliche“. Hier können Kinder und U18 Logo2Jugendliche jeden Alters wählen. Der jüngste Wähler bei der U18-Europawahl war gerade mal ein Jahr alt (Hier könnte das nicht begrenzte Wahlalter optimiert werden!). Mit „U18 goes Europe“ fasste das Projekt schon in ganz Europa Fuß und erstmals wurde auch eine Wahlsendung mit der Verkündung der Ergebnisse am Tag nach den Kinder- und Jugendwahlen ausgestrahlt. Das Faszinierende: Die Ergebnisse in Deutschland unterscheiden sich in den meisten Bundesländern grundlegend von denen der offiziellen Europawahl. Deutschlandweit zählten zwar Schwarz-Rot, die „Tierschutzpartei“ (offizielle Europawahl: 1,2%) beachtliche 6,2% der Stimmen. In Berlin erzielten die Grünen ganze 23% und waren somit die stärkste Partei. In ganz Deutschland gibt es insgesamt 410 U18-Wahllokale; im Umkreis Trier-Saarburg ganze zehn. Das Bekannteste ist das „Haus der Jugend Konz“.

Die „U18-Wahlen“ setzen sich somit als eine von vielen Organisationen für das Interesse an Politik in unserer Jugend ein und gehen einen weiteren Schritt in die richtige Richtung. Bleibt abzuwarten, wie hoch die Wahlbeteiligung in zehn Jahren aussehen mag!

Quellen:

u18.org

http://www.ndr.de/fernsehen/epg/import/Was-die-Generation-YouTube-denkt,sendung235918.html

junetko.de

 

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