Die heiße Phase – Oberstufe

Bald ist es wieder soweit: Für die zehnten Klassen beginnt nach den Sommerferien ein neuer schulischer Abschnitt. Wie üblich, wenn eine Veränderung ansteht, macht man sich Gedanken, wie es wohl so sein wird in der neuen Lebensphase. Um euch bereits jetzt erste Antworten und Tipps für einen gelungenen und angstfreien Start in die Oberstufe zu geben, habe ich mich für euch noch einmal an die ersten Wochen der heißen Phase  erinnert.

Die moralische Einstellung auf die Oberstufe erfolgt wohl bei den meisten bereits in den Sommerferien. Man liegt am Strand, im Schwimmbad oder unternimmt sonst etwas mit Freunden und Familie und trotz aller Entpannung kommt unbewusst immer wieder mal die Frage auf „Wie wird es sein?“  Und schon nimmt das Kopfkino Fahrt auf:

Werden meine Kurse mir wirklich Spaß bereiten?

Werde ich Lehrer bekommen, die ich mag und mit denen die nächsten drei Jahre Spaß machen?

Muss ich jetzt noch mehr für Arbeiten lernen?

Wie wird es sein, ständig lang Schule zu haben?

Wo liegt der Unterschied zwischen Kursarbeiten und Klassenarbeiten?

Und was hat es eigentlich mit der Aussage auf sich „Elf eins zählt doch eh nicht“ ?

Die ersten „Geheimnisse“ werden bereits in der letzten Woche vor den Ferien gelüftet. Denn dann hängen am Schwarzen Brett die Listen aus, denen man seine Kurse entnehmen kann. Natürlich werden dabei nicht nur die eigenen Kurse und Lehrer genau unter die Lupe genommen, auch die Kurse der besten Freundin und des besten Freundes werden genaustens auf Übereinstimmungen geprüft. In der letzten Ferienwoche ist es für Oberstufenschüler normal, dass man sich auf den Weg in die Schule macht, um seinen Stundenplan abzuschreiben. Dabei wird wohl der ein oder andere Schweißperlen auf die Stirn bekommen, wenn er sieht, dass er drei bis vier mal die Woche auch seinen Nachmittag in der Schule verbringen darf. Ins unermässliche steigt die Freude natürlich dann, wenn man die ausgesprochene Ehre hat, an einigen Tagen bis fünf Uhr die Schule zu besuchen.

Spätestens dann stellt sich wohl jeder die Frage „Haben die hier noch nie was von FREIZEIT gehört?“ Auch wenn ich natürlich zugeben muss, dass die ersten Wochen mit neun oder elf Stunden sehr anstrengend waren und man anschließend einfach nur froh war, ins Bett fallen zu können, merkt man mit der Zeit, dass es doch noch so etwas wie Freizeit gibt. Und das ist auch wichtig, da ein sportlicher oder auch ein sonstiger Ausgleich zur Schule wichtig ist.

Es gibt jedoch auch Phasen, in denen Freizeit tatsächlich ein Fremdwort wird. Das ist der Fall, wenn es in die Kursarbeitsphase geht und ein bis zwei Kursarbeiten die Woche anstehen. Dann ist nämlich nach der neunten oder elften Stunde noch lange nicht Zeit, die Füße hochzulegen. Es heißt lernen, lernen, lernen!!! Dabei muss man nicht unbedingt mehr lernen als in der Mittelstufe, allerings ist es wichtig, dass man auch versteht, was man lernt. Im Gegensatz zu den gewohnten Zehnstundentests in den Nebenfächern, für welche man zumeist ja nicht ganz so viel lernen musste bzw. man es geschafft hat, mit etwas Auswendiglernen eine gute Note zu schreiben, geht es in Kursarbeiten insbesondere darum, das Gelernte anzuwenden.

Doch einen sehr entscheidenden Unterschied liefert die Oberstufe. Endlich ist man in der Lage, die persönlichen Hassfächer abzuwählen oder zumindest nur als Grundkurs weiterzuführen. Allerdings bringt genau diese Tatsache auch negative Seiten mit sich. Denn jeder Einzelne wählt die für ihn optimale Kombination, was häufig zur Folge hat, dass die beste Freundin oder der beste Freund nicht mehr den ganzen Tag um einen herum ist.

Am wichtigsten ist jedoch, dass man seine Leistungskurse und Grundkurse nicht nach den Freunden wählt, sondern nach persönlichem Interesse. Denn was kann es Schlimmeres geben, als drei Jahre lang fünf/drei Stunden die Woche in einem Fach zu sitzen, das man nicht mag. Nichts! Daher hat man auch bis zu den Herbstferien Zeit, sich bewusst zu werden, ob es sich bei der gewählten Kombination tatsächlich um die TRAUMKOMBI handelt. Wenn nicht, sollte man sich überlegen zu wechseln.

Häufig hört man von Lehrern: „Wählt eure Kurse nicht nach Lehrern“. Doch als Schüler muss ich sagen, dass ich diese Aussage für zweifelhaft halte. Passt es auf der zwischenmenschlichen Ebene zwischen Schüler und Lehrer nicht, ist es schwierig, ein optimales Lernklima zu erreichen. Daher sind viele Schüler der Meinung, dass der Lehrer sehr wohl ein Grund sein kann, umzuwählen. Das muss allerdings jeder für sich und individuell entscheiden.

Die häufigste Aussage, die man als angehender Elfer hört, ist wohl die, dass 11/1 sowieso nicht zählt und man daher erstmal chillen kann. Doch ist das wirklich so? Glaubt man den Lehrern, so ist es ganz wichtig für den schulischen Werdegang, dass man gerade zu Beginn der 11 sehr aufmerksam ist, denn in dieser Zeit werden die Grundlagen für die Oberstufe gelegt. Und es ist wohl in keinermans Interesse, später zu merken, dass einem die Grundlagen fehlen und man besser aufgepasst hätte. Es ist jedoch nicht zu leugnen, dass die 11/1 fürs Abi tatsächlich keine Rolle spielt, da erst ab 11/2 fleißig die Punkte fürs Abi gesammelt werden.

Abschließend kann man sagen, dass die Oberstufe zwar eine große Umstellung bedeutet, jedoch auch viele positive Seiten hat. Man lernt seine Stufe besser kennen, kann sich seine Fächer selbst auswählen und hat auch außerhalb der Pausen mal Zeit für ein Gespräch unter Freunden. Auf der anderen Seite trägt man fortan mehr Verantwortung für sich selbst. So ist man beispielsweise verpflichtet, sich täglich am Schwarzen Brett die neusten Informationen zu besorgen. Aber keine Angst – Die Oberstufe haben schon Leute vor euch überlebt und auch ihr werdet es meistern. Wir wüschen euch viel Erfolg (Glück ist was für Looser) dabei und hoffen, dass ihr trotz längerer Schulzeiten den Spaß nicht verliert. Seht’s positiv…so verbringt ihr noch mehr Zeit mit euren Freunden 🙂

 

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