Eurovision Song Contest 2014 – Ein Résumé

Seit Samstag sind auch Vegetarier Wurst-Fans   – web.de

Es ist Samstagabend, der 10. Mai 2014, genau 21 Uhr und das große Finale des 59. Eurovision Song Contests unter dem Motto „#JoinUS“ wird eröffnet. Schließlich performen die einzelnen Künstler ihre Songs, mal mehr mal weniger überzeugend. Musikalisch nicht das Sahnehäubchen auf der Torte, jedoch bleiben schlimmere Gesänge und auchschiefe Töne diesmal  größtenteils aus.

Und dann kommt Sie. Oder sollte man eher sagen Er? Oder Es?

Es ist Conchita Wurst, die Kandidatin für Österreich. Eine „bärtige Frau“, die in einem glitzerten Outfit auf der Bühne steht und von hinten angestrahlt wird. Tosender Applaus und Jubel, ein Song im James Bond Stil und eine fehlerfreie Performance führen schließlich zum Sieg von Conchita und bringen den 60. Eurovision Song Contest 2015 nach Österreich, voraussichtlich nach Wien.

Doch dieses Jahr ging es beim ESC fast noch viel mehr um die politischen Ereignisse, die den Wettbewerb überschatteten und mit in die Bewertung eingingen. So kam es zum Beispiel, dass vor allem die sieben Ostblockländer entweder für Russland oder die Ukraine eine hohe Punktzahl vergaben, obwohl deren Songs nicht zu den Favoriten zählten. Das Erschreckende waren schließlich die „Buhrufe“ aus dem Publikum, die sowohl bei dem Auftritt der Wettbewerbsteilnehmerinnen aus Russland, den „Tolmachevy Twins“, als auch bei der Punktevergabe kaum zu überhören waren und die Girls zum Weinen brachte.

Und auch Wurst hatte mit Anfeindungen zu kämpfen. Nachdem sogar ein Auftrittsverbot für Conchita Wurst gefordert wurde, gab es keine Grenzen mehr, die nicht überschritten wurden und für weitere homophobe Anfeindungen sorgten. Schließlich sagte der russische nationalistische Abgeordnete Wladimir Schirinowski:

Unsere Empörung ist grenzenlos, das ist das Ende Europas. Da unten gibt es keine Frauen und Männer mehr, sondern stattdessen ein Es. Vor 50 Jahren hat die sowjetische Armee Österreich besetzt, es freizugeben war ein Fehler, wir hätten dort bleiben sollen.

Doch schließlich entwickelte sich die eine völlig neue Situation und eine Welle der Begeisterung kam zustande. Denn während ein „Shitstorm“ gegen die russischen Ansichten über Twitter ausbrach, gab es viel Lob und Bewunderung von anderen Seiten.

Schließlich gewann Conchita Wurst mit weitem Vorsprung und beendete den diesjährigen Song Contest mit den Worten:

Dieser Abend war für alle Menschen, die an eine Zukunft von Frieden und Freiheit glauben!

… und gab so ein eindeutiges Statement ab, das polarisierte. Zahlreiche Weltstars tweeteten darauf hin begeistert über den diesjährigen Sieg, der auch zeigt, wie tolerant Europa ist beziehungsweise werden sollte. So schrieb Lady Gaga:

Conchita Wurst, you complete me!

So war der Eurovision Song Contest 2014 ein Zeichen für Toleranz, Freiheit und Frieden in Europa und zeigt die grenzenlose Begeisterung, die eine Person auslösen kann. Wer hätte vor ein paar Jahren schon gedacht, dass „eine Lady mit Bart mal einen Wurstrausch auslösen würde?“ (stern.de)

P.S.: Deutschland landete auf Platz 18!

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