Dachdecker wollte ich eh nicht werden! – Raúl Krauthausen

„Dachdecker wollte ich eh nicht werden!“

Das ist der Name des neuen Buches von Raúl Krauthausen. Er wurde 1980 in Peru geboren, ist in Berlin aufgewachsen und hat seit seiner Geburt Glasknochen (Osteogenesis imperfecta). Er ist kleinwüchsig und sitzt seit seiner Geburt im Rollstuhl. In der Öffentlichkeit zieht er so die Blicke auf sich. Einige tätscheln ihm den Kopf, wieder andere starren ihn an oder fangen an zu tuscheln, während Raúl durch die Straßen Berlins fährt. Doch muss das wirklich so sein? packshot

Denn in Deutschland ist jeder Zehnte behindert und eigentlich sollte man den Umgang mit behinderten Menschen gewöhnt sein und diese bestens in unsere Gesellschaft integriert sein. Dass das jedoch nicht sein kann,  zeigt schon, dass auch in deinem Freundeskreis wahrscheinlich nicht jeder Zehnte eine Behinderung hat. Raúl Krauthausen sagt aber:

Behinderung ist eigentlich nur eine Eigenschaft von vielen!

Und so räumt Raúl in seinem Buch mit Vorurteilen auf und zeigt, wie sein Alltag wirklich ist und wie der Umgang beziehungsweise das Miteinander von behinderten und noch-nicht-behinderten Menschen aussehen kann. Dabei versinkt Krauthausen nicht in Selbstmitleid, sondern beweist viel Humor. So schreibt er über mehrere Seiten, welche Behindertenwitze ihm am besten gefallen und sagt selber, dass Behinderte manchmal auch ein „großer Haufen Arschlöcher“ sein können. Weiterhin sagt er in einem Interview:

Ich komme zum Beispiel nicht an die Tastatur des Geldautomaten ran. So wissen manche meiner Assistenten die PIN meiner EC-Karte….Ich werde sie wohl umbringen müssen!

Sein Alltag ist aber nicht ausschließlich von Einschränkungen geprägt, sondern vielmehr von großartigen Erlebnissen, wie dem überragenden Erfolg seines Projekts „wheelmap„. Erst auftauchende Barrieren oder Momente der Hilflosigkeit, erinnern Raúl erst wieder daran, dass er behindert ist. Doch er mag sein Leben und die Formulierung „behinderter Mensch“. Schließlich lässt diese offen, ob er behindert ist oder ob er behindert wird. Doch der Prozess der Akzeptanz einer Behinderung ist ein Prozess beiderseits und nimmt oft viel Zeit in Anspruch.

Raúl wünscht sich, dass sich Menschen fragen, wie sie gesehen werden wollen, und dass sie ihre Stimme erheben.

Mir hat das Buch eine komplett neue Sicht auf das Leben eines Behinderten und dessen Leben gezeigt und selten hat mich ein Buch so in seinen Bann gezogen, wie dieses es getan hat.

„Dachdecker wollte ich eh nicht werden – Das Leben aus der Rollstuhlperspektive“ ist also eine absolute Kaufempfehlung.

 

Weitere Informationen über das Buch und über das Leben von Raúl findet ihr auf raul.de oder auf dachdecker-wollte-ich-eh-nicht-werden.de.

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