Der 1. Weltkrieg und seine Spuren

Wie war das Leben im Krieg? Was hatten die Menschen zur Verfügung? Wie kämpften sie?… Jeder von uns hat so viele Fragen, aber keine richtigen Antworten.

Der 1.Weltkrieg (1914-1918) ist ein wichtiges Kapitel in der Geschichte Europas. Gerade dieses Jahr ist er in aller Munde und genießt große mediale Aufmerksamkeit, da sich sein Ausbruch in diesem Jahr zum hundertsten Male jährt. Aufgrund von Schulbüchern oder Erzählungen von Omas, Opas, Uromas oder Uropas haben wir Schüler zwar schon erste Einblicke in diese Zeit erhalten, doch die eigene Vorstellungskraft reicht nicht aus, sich diese schreckliche Zeit auch nur annäherungsweise vorstellen zu können. Um uns Schülern die Situation im Krieg und dessen Folgen näherzubringen, unternimmt das Gymnasium Konz mit seinen Zehntklässlern alljährlich einen Tagesausflug nach Verdun und Vauquois.

Vor allem in der Natur hat der Krieg bis heute viele Spuren hinterlassen. Verdun ist ein Beispiel dafür, dass man noch ganze Schützengräben und Laufgräben im Boden entdecken kann. Der Waldboden abseits der Straße ist noch ganz zerhügelt von Granateinschlägen. In Vauquois  hat der Krieg sogar eine Bergspaltung hinterlassen. Der Hügel von Vauqouis war im 1. Weltkrieg ein Schauplatz des Minenkriegs. Die strategisch wichtige Erhebung wurde über Jahre heftig umkämpft. Von zwei Seiten den Hügels gruben sich deutsche und französische Soldaten in den Hügel ein. 17 Kilometer Stollen sind so alleine auf deutscher Seite entstanden, von Hand gegraben. Ziel war es, sich unter die Stellungen der Feinde zu graben und diese unterirdisch zu sprengen. Wir sind dort durch die unterirdischen Gänge und Quartiere der Soldaten gegangen und die Tatsache, dass dort Menschen gelebt haben und versucht haben, sich gegenseitig zu sprengen, ist unvorstellbar.

Ganze Ortschaften wurden so zerstört, dass man erst gar nicht mehr versucht hat, sie wieder herzurichten. Aber es sind nicht nur Gebäude zerstört worden. NEIN! Der Krieg hat enorme Massen an Toten verlangt. Familien haben ihre Ehemänner und Söhne verloren. Das wichtigste, was ein Mensch besitzt, das Leben, wurde abertausenden genommen. Mindestens 300 000 Soldaten starben in der Schlacht von Verdun auf beiden Seiten, genauso viele wurden verwundet. Überall sieht man Massengräber bzw. Kameradengräber. Alleine der Anblick berührt einen zutiefst. Da tausende gefallene Soldaten und Leichen nicht Identifiziert werden konnten, wurde das Beinhaus von Douaumont errichtet. In dem Keller befinden sich alle Knochen, die man in den französischen Kriegsgebieten fand und nicht zuordnen konnte. Angehörige können in dem Haus einen Stein kaufen, um dort den Namen eines Gefallen aus dem 1. Weltkrieg eingravieren zu lassen, wie bei einem Grabstein. Dort haben sie dann die Möglichkeit, für ihre Angehörigen zu beten und eine Gedenkstätte, die an die Gefallenen erinnert.

Wir lernten auch etwas darüber, welche Waffen und Ausrüstung die Soldaten damals besaßen. Man kann es kaum glauben, dass die Überreste eines Ortes in eine einzige Glasvitrine passen, von so starker Sprenggewalt waren Artillerie und Minen vor hundert Jahren schon. Doch das sind leider die Tatsachen.

Der Ausflug war sehr interessant und man hat Einblicke bekommen, die unvorstellbar, aber wahr sind. Man hat nun eine bessere Vorstellung davon, wie es zu dieser Zeit war. Die Kriegssituation rückte für einen Moment näher an uns heran, aber wie es zu dieser Zeit wirklich war, wie groß die Ängste waren, welche Gedanken man hatte, wie groß und schmerzhaft die Verluste waren… Das wissen nur die Menschen, die zu dieser Zeit lebten.

 

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