6000 Liter Wasser für ein Essen?! – Gedankengänge zum Welttag des Wassers

Ein deutscher Durchschnittsbürger verbraucht am Tag 122 Liter Wasser. Das scheint auf den ersten Blick nicht gerade viel. Doch diese knapp 120 Liter beinhalten nicht das sogenannte „virtuelle Wasser“. So bezeichnet man Wasser, das bei der Produktion von Konsummitteln, z. B. Lebensmittel, verbraucht wird.

Der schnelle Snack zwischendurch, den man sich mal eben von einer der großen Ketten wie McDonalds, Burger King und Co. nach einem stressigen Schul- oder Arbeitstag holt, ist ein „Wasserfresser“. Laut WWF werden alleine für diesen einen Burger rund 2500 Liter Wasser verbraucht! Für ein durchschnittliches Fast-Food-Menü mehr als 6000 Liter!

Diese Zahl kommt zustande, wenn Wasserverbrauch für Anbau des Getreides, Trinkwasser für das Vieh und Weiterverarbeitung mit einberechnet werden. Somit werden in der Landwirtschaft über 70 Prozent des vorhandenen Wassers verbraucht. Pestizide und Dünger tragen einen großen Teil zur Grundwasserverschmutzung bei.

Dabei haben über 780 Millionen Menschen keinen Zugang zu sauberem Trinkwasser, 2,6 Milliarden Menschen fehlen sanitäre Anlagen – Tendenz steigend!

Diese Fakten brachte der „World Wide Found For Nature“ (kurz WWF) am 22. März anlässlich zum internationalen „Tag des Wassers“ heraus. Und die Lage soll sich weiter verschärfen, denn während die Zahl der Süßwasservorräte sinkt, steigt der Bedarf an Trinkwasser. In Entwicklungsländern werden 80-90 Prozent des Abwassers ungesäubert in umliegende Seen und Flüsse geleitet. Die Folge: Ein Liter Abwasser verschmutzt durchschnittlich acht Liter sauberes Trinkwasser. Krankheiten sind nicht selten die Folge. Die Trinkwasserverschwendung/-verschmutzung ist allerdings nicht als Problem der Entwicklungs- beziehungsweise Schwellenländer, sondern als globales Problem zu sehen. Jedoch trifft es Entwicklungsländer am härtesten.

Um dies zu verhindern, müssten grenzübergreifende Lösungen gefunden, Gewässer stärker kontrolliert und Ökosysteme erhalten werden. Zwar sind 70 Prozent der Erde mit Wasser bedeckt, doch nur drei Prozent sind Süßwasser, das als Trinkwasser genutzt werden kann.

Die Folge des unkontrollierten Umgangs mit Wasser: In den letzten hundert Jahren sind über 50 Prozent der Seen und Flusssysteme verschwunden wie auch rund die Hälfte ihrer Bewohner. Sollte es mit der Wasserverschwendung vorangehen wie bisher, so sehen Prognosen für die nächsten Jahrzehnte düster aus. Laut WWF leben in ca. 20 Jahren 3,5 Milliarden Menschen, also die Hälfte der dann geschätzten Population, in wasserarmen Gebieten. Eine Veränderung würde wohl nur möglich sein, wenn Menschen von jetzt an sorgsamer mit Wasser und dessen Verbrauch umgehen würden.

Wir leben in einem gefährlichen Zeitalter. Der Mensch beherrscht die Natur, bevor er gelernt hat, sich selbst zu beherrschen. – Albert Schweizer

Quellen:

http://nachhaltig-sein.info/privatpersonen-nachhaltigkeit/der-pro-kopf-wasserverbrauch-in-deutschland-eine-ubersicht

http://www.focus.de/panorama/welt/umwelt-weltwassertag-6000-liter-fuer-ein-fast-food-menue_id_3708592.html

 

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