PIT – Prävention im Team mit der Polizei zum Thema „Alkohol und illegale Drogen“

Seit Jahren arbeiten wir am Gymnasium Konz im Rahmen unseres schulischen Präventionskonzeptes mit Herrn Polizeioberkommissar Marc Powierski zusammen. Herr Powierski unterstützt unsere Arbeit mit straf- und zivilrechtlicher Kompetenz und kann unsere Schülerinnen und Schüler  durch zahlreiche Beispiele aus der Praxis überzeugen. Im Laufe der letzten Januarwoche gestaltete er gemeinsam mit den jeweiligen Klassenleitungen vier informative und kurzweilige Unterrichtsstunden in unseren 9. Klassen zum Thema „Alkohol und illegale Drogen“. Die Eltern wurden ebenfalls informiert und konnten im Rahmen eines Elternabends ihre Fragen stellen sowie Sorgen und Ängste äußern.

Was ist bei unseren Schülerinnen und Schüler hängengeblieben?

Dazu ein Beitrag von Laura Hub (Klasse 9d):

„Willst du mit mir Drogen nehmen?!“

Drogen – ein altbekanntes Thema. Aber wenn über Drogen gesprochen wird, ist meist die Rede von illegalen Drogen und das Thema wird so nur von einer Seite beleuchtet. In dieser Angelegenheit äußert sich immer wieder Verständnislosigkeit, da viele Meinungen nur auf Vorurteilen beruhen. Die Wirklichkeit sieht oft anders aus. Dieser Artikel soll Aufklärung bringen. Wichtig ist es erst einmal, deutlich zu machen, dass keine Droge im Vergleich zu anderen weniger „schlimm“ ist, denn jede Droge kann fatale Auswirkungen haben. Ursache dafür ist deren individuelle Wirkung auf einen Menschen. Zur Veranschaulichung ein Beispiel: In einem Freundeskreis wird die Neuerscheinung unter den Drogen mit dem harmlosen Namen „Kräutermischung“, bestehend aus exotischen Kräutern mit untergemischtem synthetischen Wirkstoff, eingenommen. Bei mehreren der Beteiligten kommt es zum erwünschten Entspannungseffekt, bei einem aber setzt die gegenteilige Wirkung ein. Er wird schnell munter und bekommt später massive Angstzustände, so dass er schließlich verzweifelt versucht, sich das Leben zu nehmen, um den Ängsten zu entkommen.

Der Beginn des Drogenkonsums liegt vermehrt in der Jugendphase. Zu einem Zeitpunkt, wenn ein junger Mensch noch nicht die Persönlichkeit besitzt, sich nicht von Drogen verleiten zu lassen und noch nicht verantwortungsvoll für das eigene Wohl Sorge tragen kann. Beweggründe gibt es viele, deshalb kann man sie nicht auf jeden Drogenabhängigen übertragen. Der Grund dafür wird von Konsumenten gerne in Problemen oder dem Fehlverhalten anderer gesucht, ohne dass sich die Betroffenen eingestehen, dass dies nur Ausflüchte sind mit dem Ziel, eigene Schuldgefühle zu vermeiden, wenn man sich bewusst würde, dass man allein verantwortlich ist für eine Sucht. Welche Frage man sich als Außenstehender oft stellt ist, wie konnte es denn zu einem totalen Kontrollverlust kommen? Wie konnte jemand so stark süchtig werden? Es war doch nur eine geringe Dosis am Anfang. Auf die anfängliche Dosis kommt es hierbei jedoch nicht an, sondern auf das Suchtpotential, das jede Droge birgt. Nach dem Konsum einer Droge wird schnell ein erneutes Verlangen danach verspürt und sobald dem Körper die gleiche Menge des Wirkstoffes immer wieder zugeführt wird, entwickelt der Körper Toleranz. Dadurch tritt folgendes Problem auf: Der Konsument kann mit der gewohnten Menge nicht mehr das gewünschte Gefühl hervorrufen und wird zwangsläufig einer Dosissteigerung unterliegen, da aufgrund der Sucht nicht auf die Wirkung der Droge verzichtet werden kann. Man gerät also in einen Teufelskreis, aus dem man es aus eigener Kraft meist nicht herausschafft. Was für eine Aussicht ist das für Jugendliche, die sich den Drogen zuwenden? Selbst zu beschließen, auf ein Leben zu verzichten, nie zu erleben, was andere in ihrem Alter einmal erleben werden und die Kontrolle über sich selbst restlos zu verlieren?

Ein ganz anderer Aspekt bei dieser Thematik sind die Unmengen an Kosten, die wegen des Drogenkonsums entstehen. Man kann nicht sagen, Drogen seien allgemein teuer oder sie seien es nicht. Sie können teuer werden. Es hängt wie auch bei allen anderen Produkten von der erworbenen Menge ab. Nun, da bereits erläutert wurde, dass es letztlich immer zu einer Dosissteigerung kommt, lässt sich leicht schließen, dass auch die Kosten steigen. Das stellt natürlich ein Problem für Drogenabhängige dar, denn häufig können sie kein geregeltes Leben führen, in dem sie arbeiten gehen und ein festes Gehalt bekommen.

Daher reicht der minimale Betrag, den sie erhalten, nicht, um monatlich Unmengen von Drogen zu beschaffen. So lässt sich auch ein Zusammenhang zwischen Drogenszene und Kriminalität herstellen. Der letzte Weg, schnell an Geld zu kommen, ist für diese Menschen Diebstahl. Auch kommt vor, dass sie selbst Drogen verkaufen und damit ein gewinnbringendes Geschäft errichten.

Abschließend sollte noch ein entscheidender Faktor bedacht werden: Die Zahl der Alkoholabhängigen und der Menschen, die regelmäßig an Bedenklichkeit grenzende Mengen Alkohol konsumieren, ist weitaus höher als die der illegal Drogenabhängigen. Woran das liegt, läßt sich leicht klären:

Zum einen, da Alkohol legal ist; doch viel wichtiger hierbei – die gesellschaftliche Akzeptanz. Es ist ein Gruppenphänomen und gehört zu unserer Kultur, obgleich Alkohol genauso große Schäden anrichtet wie alle anderen Drogen. Will die Gesellschaft etwa den Widerspruch zwischen ihrem Handeln und der Einstellung gegenüber Drogen nicht erkannt haben?!

Meinungen der Klasse 9d zum Präventionsprojekt:

  •   aufschlußreich und informativ
  •   gute Beispiele
  •   qualifizierte Auskünfte
  •   teilweise zu detailliert

KONZequent bedankt sich bei Laura für ihre interessante Einschätzung und freut sich über den Gastbeitrag!

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