Biernominierung – Spaßiger Trend oder Spiel mit dem Feuer?

Auf sozialen Netzwerken gibt es ständig neue Trends. Verrückte, außergewöhnliche, gefährliche, lustige. Von jedem etwas. Bestes Beispiel für einen solchen Trend ist wohl der „Harlem Shake“, der 2013 für Furore sorgte: ein 30-sekündiges Lied, bei dem möglichst viele Leute flashmobartig zuckend vor verschiedensten Kulissen, wie beispielsweise der Porta Nigra, tanzten.

Seit circa drei Wochen gibt es jedoch einen neuen, sehr gefährlichen Trend, der sich auf Facebook mit Schneeballeffekt verbreitet. Die Challenge: Eine Flasche Bier „exen“, das Beweisvideo nach spätestens 24 Stunden auf Facebook hochladen und weitere Freunde nominieren. Der Ursprung des Trends ist hingegen unklar, lediglich einige Hinweise auf Gründer aus England oder München sind bekannt. In England sind die Biernominierungen als „Neknominate“ bekannt. Dass so etwas nicht gesund sein kann, wird momentan immer deutlicher. Denn die Aktion beginnt zu kippen. So starben vor einer Woche zwei Irländer. Sie tranken anstatt Bier einen halben Liter Whiskey in unter einer Minute. Der eine springt in den Fluss – ertrunken. Der andere fällt die Treppe herunter – Tod durch Schädeltrauma. Dies zeigt auch, dass die meisten Teilnehmer nicht die lebensbedrohliche Gefahr hinter dem Trend sehen.

Glücklicherweise sind nicht alle Facebooknutzer so leichtsinnig und starteten stattdessen die Milch- bzw. Fruchtzwergechallenges. Hierbei muss die Person unter einer Minute ein Glas Milch trinken oder einen Fruchtzwerg essen. Promis, Youtuber und auch Fernsehsender nominieren sich untereinander nach dem gleichen Prinzip. Vielleicht die beste Art, um mit Aktionen wie der Biernominierung umzugehen und gegenzusteuern, ohne dass jemand zu Schaden kommt.

Ein weiterer Trend, der nicht ganz ungefährlich ist, ist „Bubble Tea“. Schon seit Anfang 2012 im Verkauf und immer noch beliebt. Und schon Mitte des Jahres gab es erste Warnungen:

Anfang August warnte das Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR), die Kugeln könnten beim Trinken in die Luftröhre gelangen und so gerade für Kinder gefährlich sein.

Und der Niedergang ging weiter. Am 22. August 2012 schrieb die Rheinische Post, dass krebserregende Giftstoffe in Bubble-Tea-Cafés in Mönchengladbach gefunden wurden. Manfred Möller, der zusammen mit anderen Aachener Forschern die Gelatineperlen des Bubbleteas untersuchte, wurde mit den Worten „jede Menge Dreck“ zitiert. Dabei konnte nicht eindeutig bewiesen werden, dass das Modegetränk generell gesundheitsschädlich ist. In den Medien hieß es allerdings: Gift in Bubbletea gefunden! Dies führte jedoch zum „Absturz des Bubble Tea“ nach nur einem Dreiviertel Jahr. Der Umsatz brach ein.

Die führende Bubble-Tea-Kette BoboQ hat in Deutschland von ursprünglich 100 nur noch 35 Filialen. Bei der zweitgrößte Kette, TeaOne, brach der Umsatz um ganze 80 Prozent ein und von den ehemals 30 Filialen sind lediglich fünf geblieben. So war „Bubble Tea“ einer der kürzesten Trends in der Geschichte des deutschen Einzelhandels.

Dass Giftstoffe oder ähnlich Gefährliches im Bubble Tea enthalten sein sollen, konnte weder vom Ministerium noch von irgendeinem anderen Wissenschaftler nachgewiesen werden!

GEFÄHRLICHE TRENDS wird es wahrscheinlich immer geben. Doch manchmal entpuppt sich aus einem scheinbar ungefährlichen Trend ein unaufhaltsame Welle und eine „Mücke wird zum Elefanten“, sobald Presse und Medien sich auf diese stürzen! Bleibt abzuwarten, welcher Trend uns 2014 noch ereilen wird!

Quellen:

http://www.zeit.de/wirtschaft/unternehmen/2013-05/bubble-tea-boboq-tapioka-perlen

http://www.boboq.de/de/wo-wir-sind/

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